Vor einigen Stunden erfuhr ich, dass eine andere IS Person aus zwei Intersexforen rausflog.
Was ist passiert, besagte Person ist bekannt dafür, dass sie sich nicht als Mann oder Frau kategorisieren lassen will, mit unglaublicher Lebensfreude andere dazu auffordert sie selbst zu sein, egal ob nun genetisch als Intersex pathologisiert oder nicht.
Scheint dies das grosse Tabu zu sein? Werden die Kategorien der Mediziner unbewusst übernommen, so dass es sich in den Köpfen festsetzt, dass sich Inter* und Trans* widersprechen?
Was soll das bloss, wie traurig ist das, wo führt das hin, wann hört das mal auf?
Nyx1 - 2. Jul, 20:47
Klingt sehr spannend und passt in die derzeitige Stimmung unserer Leselaune, oder?
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Sleight
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Sleight will investigate two central themes: bodies and social power.
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Nikanj - 13. Jun, 11:33
Hmmmmmmm, bin traurig, dass der grossartige Philosoph
Richard Rorty vergangenen Freitag gestorben ist, denn er war einer der ganz wenigen, der keine Elfenbeinturm-Philosophie betrieben hat, sondern immer an konkreter pragmatischer Verbesserung der Lebensumstände der Menschen interessiert war und eher der Kunst nahe stand, als der Wissenschaft.
Was wohl aus seiner Feder zum Thema Intersex geflossen wäre...........
Nyx1 - 11. Jun, 20:13
Nun aus Amiland auch bei mir eingetroffen. "Geek Love" und "The James Tiptree Award Anthology 2".
Lektüre unter anderem momentan Octavia Butlers "Lilith's Brood" und "Bloodchild".
"Geek Love" setzt schon ein mit einem Zitat aus Shakespeares "The Tempest". Prospero zu Caliban: "The thing of darkness I Acknowledge mine".
Da gibts schon den ersten Gänsehautschauer, denn wie war das noch gleich im Stück? Da steht doch die Figur des Caliban in Abwandlung des Wortes Canibal zunächst als Verkörperung der triebgesteuerten Natur im Gegensatz zu Prospero, dem Sinnbild der Vernunft und Weisheit.
Caliban wird auch als exotisches wildes Geschöpf geschildert, zudem ist er Nachkomme einer Hexe und eines Inkubus, wird versklavt und zettelt einen Revolutionsversuch an.
Das Katherine Dunn diese Zitat voranstellt, das die Einsicht Prosperos in seine eigene dunkle Seite zeigt, die Beherrschung des Andersartigen/Wilden unter dem Deckmantel der höheren Kultur, lässt mich auf eine spannende Lektüre hoffen. Hauptfigur soll ja ein Fischmensch sein und Caliban hat ebenso äusserlich die Züge eines Fisches.
Auweia ich bin soooooooooooooooooooo gespannt!
Nyx1 - 4. Jun, 12:46
Hmmmmm, am liebsten ist mir Chromosom 45-x, das Chromosom der Menschlichkeit, eigentlich uns allen mit auf den Weg gegeben. Wie wäre es da mal mit einer genauen Sequenzierung bei einer speziellen Berufskaste, die vorzugsweise weiss trägt? Da liesse sich bestimmt eine Mutation und/oder ein kleiner Defekt finden, die zur Wahl dieses Berufsfeldes führen und auch bestimmte Gehirnstrukturen vorraussetzen?
Zum Glück findet sich Chromosom 45-x in besonders hervorragender Funktionsweise bei Hologrammen, Wookies, Androiden und Artverwandten!!!
Nyx1 - 26. Mai, 08:57
....so ist es in der Tat problematisch, dass die eigene Befreiung von Gender und der Versuch Pathologisierungen zu entgehen auf vielfältige Weise im Alltag auf Mauern stösst.
Nicht nur durch banale Äusserlichkeiten wie Kleidung, sondern ebenso durch Verhaltensweisen, die auch nur entweder männlich oder weiblich sein dürfen, was immer das sein soll...........gähn!
Doch nicht ich bin das Andere und abnormal, sondern doch wohl eher die strikte Regelung dessen, was hier Mann und Frau sein soll. Wie man auszusehen hat, wie zu sprechen und zu agieren ist!
Bandenbildung ist eine Strategie diese Ordnung zu durchbrechen, Banden die aus Individuen bestehen, allein schon angefangen mit dem eigenen Namen, der vielleicht nicht zu der herkömmlichen Wahrnehmung passt!
In der Vergangeheit sind starke Banden innerhalb der Freaks entstanden (Freak wird hier nicht wertend angesehen) heute auf geniale Weise von Jennifer Miller und ihrem Circus Amok aufgenommen und modifiziert worden.
Nyx1 - 20. Mai, 14:40
Genderfree, schön und gut, frei von Geschlecht zu sein. Frei von der klaren Zuordnung eines Geschlechts, aber somit auch frei von Schutz vor Diskriminierung oder noch simpler, Freiwild.
Solange das Aussen mich als das wahrnimmt und mir eine Rolle und ein Label zuschreibt welches sich mit meiner Empfindung deckt kann ich einigermaßen selbstsicher und souverän durchs Leben gehen.
Werde ich zwar als ein Geschlecht "gelesen", doch dies deckt sich NICHT mit meiner Empfindung, Realität, Selbstverständnis, Erfahrung etc, beginnt der Eiertanz: WUT, nicht als "ICH" wargenommen zu werden, oder ANGST, das Gegenüber könnte durch mein Verhalten verwirrt sein und plötzlich sein_ihr Bild von mir revidieren - was in bestimmten Situationen zu Ablehnung bis hin zu körperlicher Gewalt führen kann (
Homophobie und
Transphobie lassen grüßen), UNSICHERHEIT je nach Tagesform, ganz einfach nur den Alltag zu bestehen.
Klar gibt es jetzt das
Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (oder auch Antidiskriminierungsgesetz), welches explizit auch trans- und intergeschlechtliche Menschen unter sexuelle Identität subsumiert und somit bei Diskriminierung aufgrund einer Daseinsform Handlungsspielräume schafft. Im alltäglichen Wahnsinn der binären Geschlechter hilft es konkret erst einmal wenig.
Wichtig wäre es dem Alltag Gegenkonzepte zu liefern, anders zu Leben, stark bleiben. Das geht nicht (immer) allein.
"Bildet Banden!" :)
Nikanj - 17. Mai, 12:32
Endlich ein Raum für spontane Auswürfe von Gedanken. Noch eine weitere Möglichkeit, Zeit zu töten und Langeweile zu vermeiden...hmm. Also updates sind daher eher sporadisch zu erwarten, aber hoffentlich dann mit Substanz.
Was ich gerade lese:
Mal wieder
"GEEK LOVE" von Katherine Dunn.
Bestellt: Raphael Carter´s "Congenital Agenesis of Gender Ideation", eine Kurzgeschichte die 1998 mit dem
James Tiptree, Jr. Award ausgezeichnet wurde.
Raphael Carter schrieb im Übrigen auch das geniale
Murk Manual, zu finden bei der Intersex Society of North America (
ISNA).
greets,
Nikanj
p.s.: it should also be possible to write threads and comments in english.
Nikanj - 14. Mai, 12:58