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Mittwoch, 5. August 2009

Herms gegen Hass!

Herms gegen Hass!

Wir von GFN solidarisieren uns mit den Opfern des Hassverbrechens in Tel Aviv!
Der Hass auf Menschen die anders lieben, leben, fühlen oder einfach anders sind als es die heteronormativen Vorstellungen weltweit erlauben, geht auch uns intergeschlechtliche Menschen an!

SMASH Homophobia – Transphobia – Interphobia WORLDWIDE!


Demo Berlin 4.8.2009 Gegen Hassverbrechen Tel Aviv

Demo Berlin Gegen das Hassverbrechen in Tel Aviv

Demo Berlin Gegen das Hassverbrechen in Tel Aviv

Hier die Ankündigungstext zur Demo am 4.8. in Berlin (von Gloria Viagra):

GEGEN HOMOPHOBIE – SOLIDARITÄT MIT DEN OPFERN DES ANSCHLAGS IN TEL AVIV

Mit Entsetzen,Trauer und Wut haben wir von dem Anschlag auf das lesbisch-schwule-transgender (LGTQ)-Zentrum in Tel Aviv erfahren.
Dort hat ein maskierter Mann am Samstag Abend die dortige Jugendgruppe überfallen und wahlos mit einem Maschinengewehr auf die Teenager geschossen.
Eine 17jährige und ein 24jähriger starben, 15 weitere wurden z.T. schwer verletzt.
Der Mann konnte unerkannt entkommen. Er versuchte noch in eine weitere Schwulenbar einzudringen, wurde aber vom dortigen Sicherheitspersonal abgewehrt.

Auch wenn noch nicht klar ist, aus welchem Kreis der Mörder kommt, ist eines klar :
Dieser Anschlag ist ein ganz gezielt Hassverbrechen. Ein Verbrechen gegen die LGT-Szene.
Im Gegensatz zum religiösen Jerusalem ist Tel Aviv als sehr offen-liberale und homofreundliche Metrople bekannt, umso größer die Betroffenheit dort.
Aber es kommt nicht von ungefähr: So wird unter der neuen konservativen Regierung allgemein ein Klima gegen Minderheiten geschürt, so gegen Homosexuelle und Flüchtlinge.
Die ultra-religöse Schass-Partei hetzt seit Jahren aufs Übelste gegen Homosexuelle, ihr religiöser Führer rief 2005 anlässlich des CSDs in Jerusalem sogar zum Mord auf; ohne Konsequenzen.

Unser ganzes Mitgefühl gilt den Betroffenen und Angehörigen, unsere Solidarität der LGTQ-Szene in Israel !!!!

Zeigt eure Wut und Trauer !!!

SMASH HOMOPHOBIA WORLDWIDE !!!!


Mittwoch, 22. Juli 2009

Neue Ausgabe der Liminalis erschienen / ebenso der Call For Papers für 2010

Heute ist die neue Ausgabe der Online Zeitschrift "Liminalis – Zeitschrift für geschlechtliche Emanzipation und Widerstand" erschienen.

Hier die Ankündigungen der nun in drei Sprachen erschienenen Ausgabe.
Ebenso schon angehängt (weiter unten) ist der neue Call For Papers für die Ausgabe 2010!

liminalis


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LIMINALIS 2009_03
http://www.liminalis.de

The online journal "Liminalis – Journal for sex/gender emancipation and resistance" is a project by the Scientific Advisory Board of the Transgender Network Berlin (TGNB). Liminalis supports the aims of, and provides critical theoretical insights into transgender and intersex movements. On the one hand this leads to a critical reflection of methods and structures of those sciences that deal with the analysis of genders and sexualities. On the other hand Liminalis is based on, promotes and demands depathologizing and deexoticizing approaches to research. Hence, Liminalis is dedicated to link social movements with critical research.


To the current issue

This new Liminalis issue “Transgender and Intersex in movement!” combines a variety of approaches to intersex and transgender in movement, which are partly separated from each other, partly in comparison or interconnection with each other. For this issue we invited papers that discuss the emergence of transgender and intersex movements, their developments, strategies, methods and goals, their conflicts and collaboration. Furthermore there are four new sections in the new issue: a section with essays combining scientific and activist writing. A section with interviews, in which activists from Latinamerica, Africa, and Europe are interviewed on the situations of trans people, different forms of self organization and the successes of the trans movements. In the third section “current discussions” we refer to the current controversial discussion in the international trans* movement about the upcoming reform of the DSM IV and the ICD 10. In the fourth section we present the preliminary results of the Trans Murder Monitoring Project which focuses on the monitoring and reporting of murders of trans people worldwide. The preliminary results are presented in this issue in trilingual reports, lists of names of the murdered transpersons, statistics, and maps. And: Liminalis is now published in English, Spanish, and German.

Contact: http://www.liminalis.de / wissenschaft[at]tgnb.de


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LIMINALIS 2009_03
http://www.liminalis.de

Die Online-Zeitschrift "Liminalis – Zeitschrift für geschlechtliche Emanzipation und Widerstand" ist ein Projekt des Wissenschaftlichen Beirates des Transgender Netzwerkes Berlin (TGNB). Liminalis will die Ziele der Transgender- und Intersex-Bewegungen unterstützen und wissenschaftlich begleiten. Diese Zielsetzung führt einerseits zu einer kritischen Sichtweise und Reflexion der Methoden und Strukturen jener Wissenschaften, die sich mit der Untersuchung von Geschlechtern und Sexualitäten befassen. Des Weiteren ergibt sich daraus der Grundsatz entpathologisierende und entexotisierende Forschungsansätze aufzuzeigen, zu fördern und zu fordern. Liminalis ist damit auch der Versuch eines Brückenschlages zwischen (sozialer) Bewegung und (kritischer) Wissenschaft.


Zur aktuellen Ausgabe

Die neue Ausgabe der Liminalis zu Intersex und Transgender in Bewegung verbindet eine Vielzahl von Ansätzen zu Intersex und Transgender in Bewegung, die zum Teil getrennt voneinander, zum Teil im Vergleich oder in Verbindung miteinander stehen. Für diese Ausgabe haben wir Beiträge erbeten, welche die Entstehungsgeschichte der Transgender- und Intersexbewegungen, ihre Entwicklung, Strategien, Methoden und Ziele, ihre Konflikte und Zusammenarbeit diskutieren. Außerdem gibt es vier neue Bereiche in der neuen Ausgabe: Einen Bereich mit Essays, der wissenschaftliches und aktivistisches Schreiben experimenteller zusammenbringt. Einen Bereich Interviews, in dem wir Aktivist_innen aus Afrika, Südamerika und Europa über die Situation von Trans-Menschen, unterschiedliche Formen der Selbstorganisation und Erfolge der internationalen Trans-Bewegungen interviewt haben. Im dritten Bereich „Aktuelle Diskussionen“ greifen wir aus aktuellem Anlass eine in den internationalen Trans-Bewegungen kontrovers diskutierte Thematik auf: die anstehende Reform der beiden Krankheitskataloge DSM IV und ICD 10. In der vierten Sektion präsentieren wir die vorläufigen Ergebnisse des Trans Murder Monitoring-Projektes, in dessen Mittelpunkt die Erfassung und Analyse von Berichten über Morden an Trans-Menschen weltweit, stehen. Die vorläufigen Ergebnisse werden in dieser Ausgabe in Form eines Berichtes, Namens-Listen der ermordeten Trans-Personen, diversen Statistiken sowie Karten zur grafischen Verdeutlichung der Ergebnisse präsentiert. Und: Liminalis erscheint das erste Mal nicht nur in deutsch und englisch sondern auch auf spanisch!

Kontakt: http://www.liminalis.de / wissenschaft[at]tgnb.de


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LIMINALIS 2009_03
http://www.liminalis.de

La revista online Liminalis, “Revista para la Emancipación y Resistencia de los Sexos/Géneros”, es un proyecto del Consejo Científico de la Red Transgénero de Berlín (TGNB). El propósito de Liminalis es respaldar los objetivos emancipatorios de los movimientos trans e intersex, así como prestarles apoyo científico, lo que nos lleva, por un lado, a lanzar una mirada crítica y reflexiva sobre los métodos y estructuras de aquellas ciencias que se ocupan del estudio de los sexos/géneros y sexualidades; y por otro, a adoptar como principio el fomento y la demanda de enfoques de investigación despatologizantes y desexotizantes. Liminalis es, en consecuencia, el intento de crear un puente entre movimiento (social) y ciencia (crítica).


Sobre la edición actual


La nueva edición de Liminalis sobre Intersex y Trans en Movimiento presenta una variedad de enfoques sobre ‘intersex y trans en movimiento’.

Para esta edición, se solicitaron trabajos que tratasen sobre la historia de los movimientos trans e intersex, su desarrollo, sus estrategias, sus métodos y objetivos, así como sus conflictos y formas de colaboración.

En Liminalis 2009_03, se presentan cuatro nuevas secciones: una sección con ensayos que intenta combinar, de modo experimental, el lenguaje académico y activista. Una sección de entrevistas en la que hablamos con activistas de África, Latinoamérica y Europa sobre la situación de personas trans, diferentes formas de autoorganización y los éxitos de los movimientos trans internacionales. En la tercera sección “Debates Actuales”, hacemos referencia a un debate actual discutido de forma controvertida en los movimientos trans internacionales: la reforma prevista de los dos catálogos de enfermedades DSM IV y CIE 10.

En la cuarta sección, publicamos los resultados preliminares de un Observatorio de Personas Trans Asesinadas que crea un registro de los asesinatos de personas trans a escala mundial. Los resultados preliminares de este proyecto se presentan mediante informes, listas de nombres, estadísticas y mapas.

Además: ¡Por primera vez, Liminalis no sólo se publica en inglés y alemán, sino también en castellano!

Contacto:
http://www.liminalis.de / wissenschaft[at]tgnb.de


* * * CALL FOR PAPERS FOR LIMINALIS 2010_04 * * *


Call for Papers 2010 - - - Call for Papers 2010 - - - Convocatoria de contribuciones 2010:


- - - - - - - - - Deutsche Version weiter unten!


- - - - - - - - - ¡La versión en castellano a continuación!





Liminalis 2010 - Call for Papers

"Gender multiplicity and liminality - different strategies worldwide"

Liminalis, "Journal for Sex/Gender Emancipation and Resistance" focuses on non-hegemonic genders, including different theoretical approaches and activist strategies. The upcoming issue concentrates on gender multiplicities and liminalities and their different strategies worldwide.
Genders and sexualities are historically specific and vary locally. Western societies have, for example, produced binary and heteronormative gender regimes, which restrict the number of legitimized genders and gender expressions However, the exclusionary, discriminatory and oppressive effects of hegemonic prescriptions provoke resistance in manifold ways and besides others produce via reclaiming and alteration liminal subject positions via reclaiming and such as trans* and inter*.
Apart from inviting papers which take a critical theoretical and/or strategic stance towards the gender regime mentioned above, we particularly welcome papers which engage with other modes of gendering and resistance to normative notions of gender in different places in the world. We accept contributions in English, German and Spanish.

Deadline for abstracts: September 30, 2009.
Deadline for papers: November 30, 2009.
wissenschaft[@]tgnb.de
www.liminalis.de

Call For Papers Liminalis 2010_04 english [pdf]


Liminalis 2010 - Call for Papers - - - - - - - - - Deutsche Version


"Multiplizität und Liminalität von Geschlecht - unterschiedliche Strategien weltweit "


Liminalis, "Zeitschrift für geschlechtliche Emanzipation und Widerstand" beschäftigt sich mit nicht-hegemonialen Geschlechtern unter Einbeziehung verschiedener theoretischer Ansätze und aktivistischer Strategien. Die nächste Ausgabe widmet sich den Multiplizitäten und Liminalitäten von Geschlecht und deren unterschiedlichen Strategien weltweit.
Geschlechter und Sexualitäten variieren historisch und je nach Ort. Westliche Gesellschaften produzieren zum Beispiel heteronormative, binäre Geschlechterregime, welche die Anzahl legitimierter Geschlechter und Ausdrucksweisen von Geschlecht einschränken. Die ausschließenden, diskriminierenden und unterdrückenden Effekte dieser hegemonialen Normen rufen jedoch Widerstand auf unterschiedlichste Art und Weise hervor u.a. durch eine Aneignung und Veränderung liminaler Subjektpositionen, wie etwa Trans* und Inter*.
Wir freuen uns auf Manuskripte, die das oben genannte Geschlechterregime theoretisch und/oder strategisch kritisch beleuchten. Insbesondere heißen wir Manuskripte willkommen, die sich mit anderen Arten der Herstellung von Geschlecht und Widerstand gegen normative Konzepte von Geschlecht in verschiedenen Teilen der Welt auseinandersetzen. Wir akzeptieren Beiträge in Deutsch, Englisch und Spanisch.

Einsendeschluss für Abstracts: 30. September 2009.
Einsendeschluss für Manuskripte: 30. November 2009.
wissenschaft[@]tgnb.de
www.liminalis.de

Call For Papers Liminalis 2010_04 deutsch [pdf]


Liminalis 2010 - Call for Papers
- - - - - - - - - ¡La versión en castellano a continuación!

"Multiplicidad y liminalidad de géneros: diferentes estrategias en distintas partes del mundo"


Liminalis, "Revista para la emancipación y la resistencia de los sexos/géneros" aborda el estudio de los géneros no hegemónicos y en ella se incluyen diferentes enfoques teóricos y estrategias activistas. La siguiente edición se centra en las multiplicidades y liminalidades de género y en las diferentes estrategias que se adoptan en distintas partes del mundo.
Los géneros y las sexualidades varían según la época y el lugar. En las sociedades occidentales se han producido regímenes de género binarios y heteronormativos que restringen el número y las expresiones legitimizadas de género. Sin embargo, los efectos excluyentes, discriminatorios y opresivos de estas normas hegemónicas provocan la aparición de focos de resistencia de muchos modos, entre otros, a través de una apropiación y transformación de las posiciones intermedias, tales como trans* e inter*. Nos gustaría invitarles a que presenten textos que adopten una posición teórica crítica y estratégica hacia los regímenes de género nombrados anteriormente. En particular, damos la bienvenida a aquellos documentos que traten otros modos de producción de género y de resistencia a las nociones normativas existentes al respecto en diferentes partes del mundo. Aceptamos contribuciones en inglés, alemán y español.

Fecha límite de entrega de los resúmenes: 30 de septiembre de 2009.
Fecha límite de entrega de los documentos: 30 de noviembre de 2009.
wissenschaft[@]tgnb.de
www.liminalis.de

Call For Papers Liminalis 2010_04 castellano [pdf]

Donnerstag, 28. Mai 2009

Jenseits der zwei Geschlechter?

Neues von der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen (IVIM):
link

Am 27.Mai 2009 lud die Bundestagsfraktion der Grünen/Bündnis 90 zum Fachgespräch "Wie kann die Situation intersexueller Menschen verbessert werden?" ein. Diesbezüglich haben wir zusammen mit dem Zwitter-AK des Berliner Vereins TransInterQueer e.V. (TrIQ) ein Informationsblatt entworfen, welches wir auf der Veranstaltung verteilt haben.

Einen längeren Kommentar zu der Veranstaltung werden wir an dieser Stelle noch nachreichen.

Das Faltblatt kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Jenseits der zwei Geschlechter? Verbesserung der Situation von intergeschlechtlichen Menschen durch medizinische Bevormundung?

Stellungnahme von IVIM und dem Zwitter-AK des TransInterQueer e.V. zum Fachgespräch am 27.05.2009 "Wie kann die Situation intersexueller Menschen verbessert werden?"

"Die Behandlungspraxis der Geschlechtsnormierung intersexueller Menschen wirft ethische Fragen auf", so die Einladung zum heutigen Fachgespräch der Grünen/Bündnis 90-Bundestagsfraktion. Die irreversiblen Entscheidungen von Ärzt_innen und Eltern, die oft die chirurgische Geschlechtsnormierung von Säuglingen und Kindern bedeuten, sollen "auf den Prüfstand" gestellt werden. Wege zu einem "Leben in Selbstbestimmung und Würde" für intersexuelle Menschen sollen gefunden werden. Mit der Auswahl der Referent_innen aus Medizin und Psychologie liegt der Schwerpunkt jedoch nicht auf der gesellschaftlichen und politisch-rechtlichen Situation, nicht auf der kritischen Reflexion der herrschenden medizinisch-psychologischen Definitionsmacht und Praxis, sondern auf der Pathologisierung und Bevormundung intergeschlechtlicher Menschen.

Intergeschlechtlichkeit ist kein medizinisches Problem, sondern ein gesellschaftlich-politisches Thema. Nicht die intergeschlechtlichen Menschen und ihre Körper sind das Problem, sondern die medizinisch-psychologische Praxis, bestimmte Menschen als geschlechtlich "fehlgebildet" darzustellen und unter dem Begriff "Störungen der Geschlechtsentwicklung", kurz "DSD", zusammen zu fassen. Die Absicht ist es, sowohl Körper als auch Identitäten chirurgisch, medikamentös und psychologisch im Sinne der Zwei-Geschlechter-Norm zu "vereindeutigen". Die neue Terminologie DSD zielt darauf, immer mehr Intersexvariationen auf genetischer Ebene nachzuweisen, um dafür einen Behandlungsbedarf zu rechtfertigen. So kann im Rahmen einer humangenetischen Beratung für werdende Eltern auch eine Empfehlung zum Schwangerschaftsabbruch, einer pränatalen Behandlung oder der Rat zum Verzicht auf eine Schwangerschaft gegeben werden.

Schon in den 90ern wies die Arbeitsgemeinschaft gegen Gewalt in der Pädiatrie und Gynäkologie (AGGPG) auf die Menschenrechtsverletzungen der medizinischen Praxis hin, und auf den Zusammenhang von gesellschaftlichen Normvorstellungen und der Sicht auf Intergeschlechtlichkeit als behandelbare und beforschbare "Störung". Seit Jahren fordern Inter-Menschen und -Organisationen, das Problem als ein gesellschaftliches zu begreifen und Intergeschlechtlichkeit zu entpathologisieren.

Bei dieser Fachtagung wird erneut den sogenannten Expert_innen aus Medizin und Psychologie zuviel Gewicht eingeräumt, was deren Definitionshoheit reproduziert. Das bedeutet einen gravierenden Rückschritt.

Wege jenseits der Zwei-Geschlechter-Ordnung zu mehr Selbstbestimmung und Würde sind nur zu beschreiten mit der Befreiung und Emanzipation intergeschlechtlicher Menschen aus der medizinischen Bevormundung und mit einer ethischen Aufarbeitung, die auf die gesamtgesellschaftliche Verantwortung hinweist.

Intergeschlechtlichkeit muss entpathologisiert und die derzeitige Definitionsmacht der Medizin muss auf tatsächliche medizinische Probleme eingegrenzt werden. Intergeschlechtliche Menschen müssen als Expert_innen in eigener Sache gestärkt werden.

Ebenfalls angehängt waren unsere Forderungen

Montag, 25. Mai 2009

Eine Frau, ein Bart

No-Norm-Culture auf Brigitte.de

frau mit bart
Mehr als zwanzig Jahre hat Mariam jeden Tag die Härchen um ihren Mund gezupft. Dann beschließt sie: Es reicht. Seitdem darf der Bart wachsen – ihr, einer Frau.

Der 6. August 2008 ist der erste Tag von Mariams neuem Leben, der Beginn ihres Experiments. Dauer: offen. „Zu meinem Bart zu stehen – zu mir zu stehen … Einfach sein wie ich bin“, notiert sie an diesem Tag in ihrem Blog, „das ist die Zukunft.“

Die Vergangenheit, das sind 23 Jahre. In denen hat Mariam versucht, die Härchen in ihrem Gesicht loszuwerden, hat epiliert, gewachst, verödet. Schmerzhaft war jede der Methoden gewesen, längerfristig zufrieden stellend keine.
mehr...


Samstag, 28. März 2009

Bundesregierung lehnt die Umsetzung der Yogyakartaprinzipien ab

Pressemitteilung der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen IVIM / OII-Germany
Internationale Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen IVIM /OII-Germany

Am 18.06.2008 stellte die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, unter anderem mit den Abgeordneten Volker Beck (Köln) und Jürgen Trittin den Antrag [Drucksache 16/9603] an die Bundesregierung, die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und Intersexuellen weltweit sicherzustellen und die Yogyakarta-Prinzipien zu unterstützen. In der Begründung des Antrages hieß es:

"Die Bundesregierung stellt in der Bundestagsdrucksache 16/7658 fest, sie setze sich 'gemeinsam mit den EU-Partnern bereits seit Jahren in regionalen und internationalen Menschenrechtsgremien gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität ein. Hierzu gehören u. a. die in Buchstabe c der ,weiteren Empfehlungen der Yogyakarta-Prinzipien‘ enthaltene Aufnahme der Beobachtung von Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität in das Mandat der Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen sowie die in der ,Zusätzlichen Empfehlung Buchstabe d‘ enthaltene Akkreditierung von entsprechenden nichtstaatlichen Organisationen für die die Bundesregierung sich in den Vereinten Nationen über Jahre engagiert – und durchaus erfolgreich – eingesetzt hat'. Dieses Engagement ist zu begrüßen und die Bundesregierung nachdrücklich in ihrer Bemühung zu unterstützen. Die Bundesregierung sieht die Yogyakarta-Prinzipien als wichtigen Beitrag der Zivilgesellschaft (Bundestagsdrucksache 16/7658). Diese Sichtweise reicht jedoch nicht aus, um die Yogyakarta-Prinzipien weltweit umzusetzen. Vielmehr muss sich die Bundesrepublik Deutschland die Prinzipien zu eigen machen – wie dies bereits durch anderen Staaten geschehen ist – und für ihre weltweite Beachtung Sorge tragen."

Der deutsche Bundestag traf sich am 5. März 2009 und folgte der Beschlussempfehlung Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, nämlich den Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf Drucksache 16/9603 abzulehnen. [Plenarprotokoll pdf]

Mit der Ablehnung, die Yogyakartaprinzipien in Deutschland umzusetzen und sich zu eigen zu machen, duldet die derzeitige Bundesregierung weiterhin schwere Menschenrechtsverletzungen auch im eigenen Land, und nicht nur an intergeschlechtlichen Menschen. Die nun auf europäischer Ebene [€-DSD] agierende Medizinforschung reduziert weiterhin intergeschlechtliche Menschen zu Forschungsobjekten und zu pathologischen Abweichungen der Geschlechternorm. Intergeschlechtlichen Menschen wird weiterhin das Recht auf die körperliche Unversehrtheit verwehrt indem eine medizinische Indikation konstruiert wird, die schwere Körperverletzungen erlaubt, zum Zwecke der Herstellung von Normkörpern und Identitäten. Da die Eingriffe oft schon im Kleinkindalter geschehen, ist eine umfassend informierte Einwilligung des Individuums ausgeschlossen und somit auch die Freiheit der Entwicklung einer eigenen geschlechtlichen Identität.
Wir von IVIM sind sehr enttäuscht und hoffen darauf, dass die zukünftige Bundesregierung den Mut hat, die besondere Problematik intergeschlechtlicher Menschen endlich zur Kenntnis zu nehmen und sich für die Menschenrechte aller Menschen einzusetzen, ungeachtet der sexuellen und geschlechtlichen Identität oder des Geschlechts!

Weiteres zu den Yogyakartaprinzipien

Kommentar zur Ablehnung

Quelle

Montag, 23. Februar 2009

Jetho Tull member was born intersex

former David PalmerDavid Palmer in the 1970´s
Dee (former David) Palmer of the band Jethro Tull was born intersex: "My mother told me something and it became very evident to me once I was able to make comparisons. I was born into what was called the intersex space; there was clear and obvious genital ambiguity. I had to have surgery when I was only a few hours old. I had my last surgery when I was 28 years of age. The only people I was able to make my observations from growing up were my brothers. Once I became aware of the female shape and constitution I knew something was seriously wrong."

You can find the full interview here

On Wikipedia the fact of being intersex is not mentioned, instead the article focuses on Dee Palmers m/f transition.
http://en.wikipedia.org/wiki/Dee_Palmer

Dee Palmer today







Montag, 12. Januar 2009

Bericht vom Ethikseminar an der Charité Berlin, veranstaltet von Ulrike Klöppel: "Intersexualität und Geschlechternorm: Ethische Aspekte"

Am vergangenen Donnerstag trafen sich bereits zum dritten Mal seit 2006 fünf Intergeschlechtliche als Expert_innen in eigener Sache zu einem Diskussionsabend mit angehenden Mediziner_innen im Rahmen des Ethikseminars "Intersexualität und Geschlechternorm: Ethische Aspekte", veranstaltet von Ulrike Klöppel an der Charité Berlin. Die ca. 40 anwesenden Student_innen kamen aus dem Regelstudiengang sowie dem Reformstudiengang Medizin.

Wir Herms vereinten ein breites Spektrum an Biografien und eine Vielfalt von Intergeschlechtlichkeiten. Wir ergänzten uns in unseren individuellen Herangehensweisen und Lebenserfahrungen was sich als sehr fruchtbar für die Reichweite der Diskussion erwies. Für uns alle war es eine durchweg positive Erfahrung, gemeinsam die Vielschichtigkeit unserer intergeschlechtlichen Lebensrealitäten und Bedürfnisse ins Bewusstsein der Medizinstudent_innen zu bringen, ohne dabei zu simplifizieren oder unsere Problematik ausschnittshaft einebnen zu lassen.
Diese Komplexität zeigte sich auch in unserem Hintergrund als Mitglieder verschiedener Initiativen: XY-Frauen, Internationale Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen (IVIM), TransInterQueer e.V. (TrIQ) und der Verein Intersexuelle Menschen e.V.
Ähnlich Positives beschreibt Kitty auf ihrem Blog, wie Geschlechtsgenoss_innen zusammen für die gemeinsamen Ziele auf die Medizinstudent_innen einwirken konnten.

Durch die phantastische Vorarbeit, die Ulrike Klöppel allein schon mit der Ausrichtung des Seminars geleistet hat, die "Gestaltung des Arzt-Patienten-Verhältnisses in Hinblick auf die ärztliche Autorität, Intimitätsgrenzen, Aufklärungspflichten und 'informed consent'" zu hinterfragen, war der Grundstein gelegt fernab von DSD-Terminologien sich den tatsächlich essentiellen Anliegen zu widmen.

Wichtige Aspekte waren Fragen zu Geschlechtszuweisung, Geschlechtsidentität und Selbstdefinition: Wir konnten vermitteln, dass für uns die körperliche und seelische Integrität Grundvoraussetzung bedeuten, um unsere Körperlichkeiten, Identitäten und in Konsequenz unsere eigene Kultur zu entdecken und zu entwickeln, eine eigene Sprache zu finden und gesellschaftlich verortet, sichtbar zu sein und akzeptiert zu werden.

Schnell kristallisierte sich heraus, dass die angehenden Mediziner_innen Verantwortung abgeben wollen, aufgeschlossen sind und nicht die gleichen Fehler aus der bisherigen medizinischen Praxis an intergeschlechtlichen Menschen begehen wollen. Dies lag auch nicht zuletzt daran, dass wir deutlich aufzeigen konnten wo die Kompetenzbereiche der Ärzteschaft enden.

Ulrike Klöppel hat es uns ermöglicht, Raum und Gehör für unsere Anliegen zu schaffen, indem wir als Intergeschlechtliche mit der kommenden Generation von Mediziner_innen auf Augenhöhe in einen Polylog treten konnten, nicht als Patient_innen, sondern als Expert_innen in eigener Sache.

Herzlichen Dank dafür!!!

Sonntag, 28. Dezember 2008

David Cameron Strachan - intersex Menschenrechtsverfechter_in erhält Auszeichnung der KQED Awards - Juni 2008

David Cameron Strachan, Sprecher_in der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen USA für Menschenrechte [IVIM-USA], erhält eine Auszeichnung der KQED Awards - schon im Juni 2008!

Hut ab! Chapeau!!! :))

Sonntag, 14. Dezember 2008

Human Rights Film Week

Human Rights Film Week - Hoersaal Aldi

Aktivitäten der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen IVIM:

Bericht von der Teilnahme an der Human Rights Film Week der FH Würzburg-Schweinfurt

von Ins A Kromminga, Sprecher_in IVIM/OII Germany

Am 11. Dezember 2008 war ich von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt zur Human Rights Film Week eingeladen worden [Veranstaltungsflyer pdf], um einen Vortrag zum Thema Intergeschlechtlichkeit zu halten. Die zirka 100 sehr interessierten Besucher_innen schauten sich folgend den Film von Lucía Puenzo "XXY" an, um anschließend in einer etwas "kleineren" Runde (30-40 Menschen) an der regen Diskussionsrunde teilzunehmen.
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Donnerstag, 9. Oktober 2008

Runder Tisch Berlin mit Themenschwerpunkt Intersexualität

Am 7. Oktober 2008 trafen sich Berliner Aktivist_innen, Projekte und unterschiedliche Expertengruppen zum Runden Tisch (Thema: Intersexualität), eingeladen von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales - Landesstelle für Gleichbehandlung - gegen Diskriminierung Berlin

Es gab kurze Inputs von:
Ins Kromminga, Internationale Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen (IVIM)
(Text folgt unten)

Dr. Birgit Köhler, Kinderendokrinologin: Medizinische Grundinformationen, Behandlungsmöglichkeiten für Kinder und die Angebote der Pädiatrischen Endokrinologie der Charité;

Knut Werner-Rosen
, Psychotherapeut: Forschung zu Intersexualität im Netzwerk Intersexualität; insbesondere: Ethische Grundsätze zum medizinischen und psychotherapeutischen Umgang mit Betroffenen und Angehörigen.

Weiteres zum Runden Tisch zu einem späteren Zeitpunkt bei IVIM:
http://www.intersexualite.de/index.php/runder-tisch-berlin/

Input von IVIM:

Viele intergeschlechtliche Menschen haben aufgrund ihrer Behandlungserfahrung durch die Medizin, Chirurgie und Psychologie gesundheitliche Probleme, da die Behandlungen intergeschlechtlicher Menschen häufig einen reinen Experimentalcharakter haben und darum auch als medizinische Menschenversuche bezeichnet werden können. Besonders problematisch gilt hierbei das programmatische Ignorieren einer aufgeklärten Einwilligung der betreffenden Person, insbesondere da es sich häufig nicht um akute lebensrettende Maßnahmen handelt, sondern um normierende Eingriffe (chirurgischer und medikamentöser Art), bei denen vor allem das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit verletzt wird.

Verstärkt wird dieses Problem leider durch die gesellschaftliche Ignoranz und dem Glauben an eine Natürlichkeit der Zwei-Geschlechter-Ordnung. Naturwissenschaften, und insbesondere die Praxis der Medizin tragen mit ihren normstiftenden Handlungen in besonderen Maße zu dieser Ignoranz bei, indem sie vorgeben was natürlich und gesund, und was als abweichend, krank und gestört verstanden wird.

Das soziale Auffangen von intergeschlechtlichen Menschen und deren Eltern und Angehörige durch Selbsthilfe, die Aufklärung der Öffentlichkeit durch die Inter*Community und die Forderungen politischer Grasswurzelbewegungen werden massiv unterwandert durch ein international agierendes Netzwerk von Wissenschaftlern, Forschern, Medizinern und Psycholog_innen, welche die Pathologisierung einer Menschengruppe vorantreiben und ihre Kompetenz masslos überschreiten, in dem sie gesellschaftliche und soziale Fragen naturwissenschaftlich zu lösen versuchen. Auch wenn sich die Forschung, nicht zuletzt durch den gesellschaftlichen Druck der seit cirka 12 Jahren lauter werdenden Stimmen intergeschlechtlicher Menschen, vermehrt ethischen Fragen stellen muss und auch nach Aussen eine vermeintliche Progressivität an den Tag legt, hat sich der Blick innerhalb der Naturwissenschaft und Medizin kaum davon beeindrucken lassen. Im Gegenteil wird immer genauer danach geforscht, was die Ursachen der sogenannten Störungen sind - und sicherlich nicht danach,wie die Lebenssituation von heutigen und zukünftigen Inter*s zu verbessern ist, sondern vielmehr, wie die "Störungen der Geschlechtsentwicklung" abgeschaltet und vermieden werden können.

In einer Welt, die ihre eng gesteckten Vorstellungen von Geschlechtlichkeit mit Hilfe der Naturwissenschaften definiert und von einer klinischen Praxis strengstens überwachen und engmaschig kontrollieren lässt, haben die Forderungen intergeschlechtlicher Menschen und die Anwendung der Menschenrechte für Zwitter einen schweren Stand. Politik und Recht sind gefordert hier vermehrt unterstützend einzugreifen. Die Medizin sollte ihrerseits genauer reflektieren, worin ihre Aufgaben und Kompetenzen liegen und wo nicht - und die Forschung sollte nicht für die gesellschaftliche Regulierung und Wertung von sozialen Kategorien und Formen des Menschseins eingesetzt werden wie es besonders bei "DSD" der Fall ist.

Intergeschlechtlichkeit ist keine Krankheit. Es gibt sicherlich spezifische gesundheitliche Probleme, wie es auch frauen- und männerspezifische Probleme gibt, und diese gilt es zu behandeln und nicht diese mit der Anpassung an und/oder der Schaffung von stereotypen Körperbildern und Funktionen zu vermischen.

Medizin und Psychologie sollten nicht länger mit der Zuweisung des Geschlechtsstatus befasst und bevormundend geschlechtsnormierend tätig sein; Politik und Recht sollten sicherstellen, dass bevormundende medizinische Geschlechtsnormierungen ein Ende haben und andererseits darauf hinwirken, dass Veränderungen des registrierten Geschlechtsstatus auf Wunsch der Betroffenen und ohne "Expertenurteil" möglich sind.

Montag, 6. Oktober 2008

Petition zur Solidaritätsbekundung der Inter*Community (Initiative der Organisation Intersex International)

Bitte unterstützen Sie die folgenden Basisprinzipien der Organisation Intersex International und zeigen Sie ihre Solidarität mit der Intersex-Community indem Sie unsere Petition unterzeichnen:
  • Intergeschlechtlichkeit is keine Krankheit: mit Intergeschlechtlichkeit werden jene Individuen bezeichnet, die geschlechtlich zwischen dem geboren wurden, was in unserer Gesellschaft als "normaler" Mann und "normale" Frau verstanden wird.

  • Entgegen dem was oft so behauptet wird sind die verschiedenen Grade der Intergeschlechtlichkeit an sich keine Krankheit oder eine Fehlbildung. Sie sind lediglich Variationen des menschlichen Körpers, ähnlich wie die der Nasenlänge oder der Augenfarbe etc..

  • Wir lehnen medizinische Kategorien für die verschiedenen Erscheinungsweisen der Intergeschlechtlichkeit ab, die tatsächlich nur vielgestaltige Bezugspunkte eines natürlichen Kontinuums anatomischer und genetischer Variationen sind

  • Wir legen den Schwerpunkt auf die ganze Person von Kleinkind- bis Erwachsenenalter und nicht auf die Genitalien des Individuums. Wir sind Menschen, nicht Genitalien. Als Menschen haben wir das Recht auf unsere eigenen Genitalien und unserer eigenen Identität ohne Einmischung, erzwungener Behandlungen oder Zwänge rechtlicher und/oder medizinischer Authoritäten.

  • Die grundlegenden Probleme denen intergeschlechtliche Menschen gegenüberstehen sind soziokultureller Natur, nicht etwa medizinisch. Sie resultieren aus dogmatischen Fundamentalismen, die der gegenwärtigen Bipolarität der Geschlechterkonstruktion innewohnen. Einige intergeschlechtliche Individuen werden aufgrund dieser totalitären und sexistischen Unterdrückung als Kinder genital verstümmelt. Aus diesem Grund verurteilen wir jegliche Form von Sexismus der in unserer Gesellschaft vorherrscht, und der prinzipiell gegen Frauen, Intergeschlechtliche und anderen Gemeinschaften, die Geschlechternormen infrage stellen, gerichtet ist.

  • Das Vorantreiben der Sichtbarkeit und Anerkennung unserer Existenz als ein normaler und natürlicher Teil des Menschseins wird nicht nur intergeschlechtlichen Menschen nützen sondern allen die durch den herrschenden Sexismus in unserer Gesellschaft unterdrückt werden.

Hier geht es zur Petition:

Aufruf auf der OII Seite: http://www.intersexualite.org/OII_petition.html

Please circulate widely - Sign OII's petition
Por favor leer y distribuir - Firme la petición de la OII
Diffusez largement - Signez la pétition de l'OII
Por favor, lê este texto e assina a nossa petição

Sonntag, 27. Juli 2008

Intersex und Transgender in Bewegung! Call for Papers der LIMINALIS

Die Online Zeitschrift Liminalis ist ein Projekt, dass von intergeschlechtlichen und transgeschlechtlichen Wissenschaftler_innen, Aktivist_innen, Kulturwissenschaftler_innen, Ethnologinnen, und Unterstützer_innen ins Leben gerufen wurde:
"Liminalis will die emanzipatorischen Ziele der Transgender- und Intersex-Bewegungen unterstützen und wissenschaftlich begleiten. Diese Zielsetzung führt einerseits zu einer kritischen Sichtweise und Reflexion der Methoden und Strukturen jener Wissenschaften, die sich mit der Untersuchung von Geschlechtern und Sexualitäten befassen. Des Weiteren ergibt sich daraus der Grundsatz entpathologisierende und entexotisierende Forschungsansätze aufzuzeigen, zu fördern und zu fordern. Liminalis ist damit auch der Versuch eines Brückenschlages zwischen (sozialer) Bewegung und (kritischer) Wissenschaft."

Wir von GenderFreeNationBlog sehen das Online-Journal Liminalis als einen besonders wichtigen Beitrag für die Sichtbarkeit von trans- und intergeschlechtlichen Wissenschaftler_innen, denen allzu oft im deutschen akademischen Diskurs aufgrund ihrer eigenen Lebensrealität Expertentum, Fachkompetenz und Objektivität abgesprochen wird. Darüber hinaus bietet das Magazin auch einen Platz für aktivistische und kulturell-künstlerische Beiträge.
Besonders möchten wir auf den Call for Papers zu "Intersex und Transgender in Bewegung!" für die dritte Ausgabe hinweisen, deren Erscheinen wir mit Spannung erwarten.


liminalis


Call for Papers:

Intersex und Transgender in Bewegung!

In den frühen 1990ern formierten sich in den USA zwei Neue Soziale Bewegungen, die unter den namensgebenden Oberbegriffen “Transgender” und “Intersex” innerhalb kurzer Zeit zu internationalen Bewegungen wurden.
Beide Bewegungen besitzen ähnliche Ausgangsvoraussetzungen: die diversen Formen gesellschaftlicher Diskriminierung aufgrund einer Pathologisierung und Normierung von Körpern, Identitäten und Performativitäten. In der wissenschaftlichen Literatur werden sie daher auch unter dem Begriff “New Gender Movements” subsumiert.
Dies verdeckt jedoch die unterschiedlichen Erfahrungen, Strategien und Ziele der Aktivist_innen sowie die darin wurzelnden Konflikte und Missverständnisse zwischen den sowie auch innerhalb der beiden Bewegungen. Ebenso werden mögliche gemeinsame Ziele wie die Kritik an einer heteronormativen Gesellschaft oft verwaschen dargestellt, die Politiken der Bewegungen zu “Minderheitenpolitiken” geschmälert und damit ihre Schlagkraft untergraben.
Als “Zeitschrift für geschlechtliche Emanzipation” hat die Liminalis seit ihrer Gründung beide soziale Bewegungen und ihre spezifischen und unterschiedlichen Thematiken im Blick. Dabei streben wir eine nicht-pathologisierende und nicht-exotisierende Weise der Auseinandersetzung an, die den Anliegen dieser emanzipatorischen sozialen Bewegungen Rechnung trägt.
In der dritten Ausgabe sollen nun die Entstehung der Transgender- und Intrersex-Bewegungen, ihre Entwicklungen, Strategien, Methoden und Ziele in differenzierter und ausgewogener Art behandelt sowie ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten, ihre Konflikte und Kooperationen ausgelotet werden. Beiträge, die die Diversität dieser Bewegungen bezüglich der Identitäten und der sozialen, politischen und kulturellen Kontexte aufzeigen, sind besonders erwünscht.
Einsendeschluss für Abstracts ist der 30. August 2008.
Einsendeschluss für fertige Artikel ist der 30. November 2008.

http://www.liminalis.de/2008_02/Liminalis-2008-cfp2009-deutsch.pdf
wissenschaft(at)tgnb.de


ENGLISH VERSION:

Intersex and Transgender in Movement!

In the early 1990s two New Social Movements arose in the USA. These movements rapidly became international movements under the umbrella names “transgender” and “intersex”.
Both movements have similar starting points: the diverse forms of societal discrimination on the basis of the pathologization and normalization of bodies, identities and performativities. In academic literature they are subsumed under the term “New Gender Movements”. However, this term obscures the activists’ different experiences, strategies and goals and the inherent conflicts and misunderstandings between as well as within the two movements. Potentially shared goals such as the critique of a heternormative society are often portrayed undifferentiatedly, the politics of the movements hereby become limited to minority politics and their vigor is undermined.
Since its foundation Liminalis, a “journal for sex/gender emancipation”, tries to focus attention on both social movements and their specific and diverse topics. In doing so, a non-pathologizing and non-exotisizing engagement, which pays justice to the aims of these emancipatory social movements is aspired. For the third edition we invite papers that discuss the birth of transgender and intersex movements, their development, strategies, methods and goals in a differentiated and balanced way but also their differences and similarities, their conflicts and collaboration. Contributions that reveal the diversity of these movements in terms of different identities and social, political and cultural contexts are very welcome.
Deadline for abstracts: August 30, 2008.
Deadline for papers: November 30, 2008.

http://www.liminalis.de/2008_02/Liminalis-2008-cfp2009-english.pdf

wissenschaft(at)tgnb.de

Montag, 30. Juni 2008

Das Ende der Intersex Society of North America (ISNA)

Am Wochenende erreichte uns die Nachricht vom endgültigen "Schliessen der Tore" der US-amerikanischen Gesellschaft für Intersexuelle, die 1993 von Cheryl Chase (heute weiss herm, dies war ein Pseudonym von Bo Laurent) ins Leben gerufen wurde, um nun von der gleichen Person zu Grabe getragen zu werden.

Der Paradigmenwechsel bei ISNA begann wohl schon weit vor dem Consensus Treffen in 2005, an dem u.a. Cheryl Chase und eine internationale Gruppe von Wissenschaftler_innen, Mediziner_innen und Psycholog_innen beteiligt waren. Dort wurde die Einführung des Konzeptes der "Störungen der Geschlechtsentwicklung", kurz DSD (Disorders of Sexual Development) beschlossen. Das Ergebnis dieses Consensus Treffens verursachte einen großen Aufschrei innerhalb der Community und bedeutete für uns WELTWEIT, die sich für eine gesellschaftliche Akzeptanz und Aufklärung einsetzen, einen gewaltigen Rückschlag.

Wie konnte es passieren dass eine grassroots-Organisation, die "von und für" intergeschlechtliche Menschen gegründet wurde und sich dem Kampf gegen die kulturelle Vorstellung der zwei Geschlechter widmete, in einem Zeitraum von 15 Jahren in einer Allianz aufgeht, deren primäres Ziel es ist, eine Kollaboration zwischen Wissenschaftlern, Medizinern und Psychologen und Menschen mit "Störungen der Geschlechtsentwicklung" (DSD) und deren Angehörige zu erleichtern?

Diese und andere Fragen stellen sich sicherlich nun auch im deutschsprachigen Raum, für den ISNA in vielen Fällen auch eine Negativ-Folie war und ein Beispiel dafür, in welche Richtung es vielleicht besser nicht gehen sollte.

In ihrer "Abschiedsnachricht" macht ISNA deutlich, dass diese erstrebte Zusammenarbeit mit DSD-Spezialisten nur erfolgreich sein kann, wenn ISNA ihren Aktivistenballast (und offenbar die dazugehörigen Aktivist_innen) hinter sich lässt, um von den neuen Wunschpartnern ernst genommen zu werden. Eine neue Organisation musste her: Accord Alliance.

Seit spätestens 2004 propagierte ISNA die Meinung, der gesellschaftliche Umgang mit intergeschlechtlichen Menschen hätte nichts mit Gender zu tun: die Frage, wie wir in unserer Kultur ein Zwei-Geschlechter-System aufrecht erhalten und ständig untermauern müssen, in dem unser Ausdruck von Geschlecht (gender expression) in Übereinstimmung sein muss mit unseren körperlichen Konstitutionen, und desweiteren unsere geschlechtliche Identitäten, sexuelle Orientierungen, und ebenso unsere Körper an einer Hetero-Norm gemessen werden.

ISNA distanzierte sich somit schon früh von jenen Aktivist_innen, die sich für ein drittes Geschlecht, oder für die Abschaffung von Geschlecht einsetzten und verwob die praktische Frage nach einer Geschlechtszuweisung intergeschlechtlicher Kinder mit der Kritik an einer binär-normierenden Kultur.
Dieses gravierende (und strategische) Missverstehen von gesellschaftlichen Forderungen nach einer kritischen Selbstreflektion der Geschlechterverhältnisse und deren direkter Zusammenhang mit dem Konstruieren der "Störung der Geschlechtsentwicklung" zeigte schon den Weg auf, den ISNA nun beendet hat.

In der neu gegründeten Allianz ist keine Rede mehr "von und für" intergeschlechtliche Menschen da zu sein, sondern was bleibt ist pures DSD - die Störungen haben ein neues Zuhause gefunden.

Dienstag, 3. Juni 2008

"EXKLUSIV - DIE REPORTAGE" am 17. Juli 2008 um 23:10 Uhr

Mal schauen wo der Satz
"...Mit Hilfe von Hormonbehandlungen und chirurgischen Eingriffen ist es möglich, die Entwicklung eines solchen Menschen entweder zum einen oder anderen Geschlecht weitgehend zu vervollständigen. Dadurch haben sie die Chance, als normale Männer oder Frauen aufzuwachsen. ..."
hinführen soll...

Externe PRESSEMITTEILUNG
(Quelle)

Thema der Sendung: "Nicht Frau, nicht Mann! Mein Leben als Zwitter"
Am Donnerstag, den 17. Juli 2008 um 23:10 Uhr

(lifepr) Grünwald, 03.06.2008 - Hermaphroditos war in der griechischen Mythologie der Sohn des Hermes und der Aphrodite - ein hübscher, aber sehr prüder Jüngling. Als er die Liebe einer Nymphe zurückwies, umarmte diese ihn so leidenschaftlich, dass die Körper der beiden verschmolzen. Auch heutzutage gibt es Menschen, die sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale aufweisen - sogenannte Zwitter oder Hermaphroditen. Mit Hilfe von Hormonbehandlungen und chirurgischen Eingriffen ist es möglich, die Entwicklung eines solchen Menschen entweder zum einen oder anderen Geschlecht weitgehend zu vervollständigen. Dadurch haben sie die Chance, als normale Männer oder Frauen aufzuwachsen. "EXKLUSIV - DIE REPORTAGE" besucht fünf Menschen, die erzählen, wie sie mit ihrer Zwittrigkeit umgehen.

Als Anjas Periode mit 17 Jahren immer noch ausblieb, gingen die Eltern mit ihr zum Arzt.Sie wurden mit einer schockierenden Diagnose konfrontiert: Ihre Tochter ist eine sogenannte XY-Frau - ein Zwitter. Die Mediziner versuchten aus ihr eine "echte Frau" zu machen und gaben ihr weibliche Hormone, die sie nicht vertragen hat. Heute kämpft Anja für die Anerkennung des dritten Geschlechts, da sie weder Mann noch Frau sein will.

Christiane dagegen möchte endlich wie eine Frau leben und aussehen. Die 45-Jährige lebt in einem künstlich vermännlichten Körper, begleitet von psychischem und physischem Leid, voller Demütigungen und Missachtung. Den Prozess gegen den Mediziner, der ihr die weiblichen Organe vor langer Zeit ohne Einwilligung entfernt hat, gewann Christiane. Nach einem harten Kampf bekam "Thomas" den Eintrag "weiblich" in seinem Personalausweis genehmigt und begann als "Christiane" ein neues Leben. "EXKLUSIV - DIE REPORTAGE" erzählt sie ihre Geschichte...

Leidensgenossin Andrea hat den Verwandlungsprozess schon mit Ende 20 vollzogen.Gesundheitlich geht es ihr schlecht. In wenigen Jahren droht der Frau der Rollstuhl. Sie fühlt sich als Versuchsratte der Mediziner, da es ihre Form vom Hermaphroditismus nur vier Mal in Deutschland gibt. Trotz Chemotherapie lässt sie sich nicht unterkriegen und wird bald ihren Freund Ingo heiraten, der Andrea noch als Michael kannte.

Auch Claudia und Frances haben geheiratet. Beide sind intersexuell. Claudia ist laut Pass ein Mann, obwohl sie 63% weibliche Chromosomen hat und Frances ist amtlich eine Frau, aber laut Chromosomensatz ein Mann. Ihnen macht in Sachen Intersexualität keiner mehr was vor. Zurückgezogen vom öffentlichen Leben fühlen sich die beiden in ihrem Angelgeschäft richtig wohl.

"EXKLUSIV - DIE REPORTAGE" am 17. Juli 2008 um 23:10 Uhr Weitere Informationen finden Sie unter www.rtl2-presse.de

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